Der Elefant passt doch nicht durchs Nadelöhr

Die Schwierigkeiten rund um die Zulassung nahmen immer weiter zu, es sah aber immer so aus, als würde der Elefant doch noch durchs Nadelöhr schlüpfen… Am Ende tat er es doch nicht…
 
 
Wie zuletzt berichtet versuche ich das Fahrzeug in Belgien zuzulassen, nachdem mir die administrativen Hürden in Frankreich zu gross wurden. Dies mit der klaren Vorstellung im Kopf, da dass Fahrzeug ja vor einem Jahr erfolgreich in Belgien zugelassen wurde, durfte ein Halterwechsel auf mich kein grosses Problem mehr sein.
 
So machte ich mich mit Hilfe meines Freunds Diederick aus Gent daran, das Fahrzeug auf mich zuzulassen. Dazu stellte sich schnell heraus, dass ich dazu Wohnsitz in Belgien nehmen musste. Zuerst dachte ich, dass sei ein einfacher Vorgang, um schnell aufs Amt zu gehen und sich dort anzumelden. Weit gefehlt, es entwickelte sich zu einem aufwändigen und in meiner Situation wenig sinnvollen Verfahren…
 
Und während ich die Termine abwartete und mich mit den Formalitäten ausinandersetzte, ereignete sich beim Einparken auf einem Supermarkt-Parkplatz ein kleines Unglück, indem ich etwa 7cm einer Plastikstosstange abschälte… In der Sache nichts grosses, dennoch war die Frau im Wagen vollkommen aus dem Häuschen, völlig aufgeregt und nicht für ein einvernehmliches Gespräch zugänglich. So musste dann letztendlich die Polizei kommen und es endet ganz unvorhergesehen. Obwohl ich auf dem Fahrzeug noch die gültigen Kennzeichen vom Vorbesitzer drauf hatte, hatte das Fahrzeug keine gültige Versicherung mehr.
 
Damit kam es dann ganz Dicke, das Fahrzeug wurde mit den berüchtigten Krallen blockiert und ich war sozuasgen auf meiner Reise „festgekrallt“. Und um eine eigene Versicherung zu bekommen musste das Fahrzeug zuerst duch die technische Kontrolle, dies wiederum war mir nicht gestattet, es selbst zu tun. Stattdessen musste ich einen Garagisten finden, der das Fahrzeug in seine Garage brachte und dann mich damit zur Kontrolle fuhr. Alles zusammen hat mich einige hundert Euro gekostet, die Geldreserven fast komplett aufgebraucht.
 
Dennoch sah es zu diesem Zeitpunkt doch noch so aus, als könnte ich alles organisiert bekommen, um mit dem Fahrzeug in den kommenden Tagen wieder „on the road“ zu kommen. In diesen Wochen habe ich gelernt, mich doch immer wieder zu entspannen, wenn es hoffnungslos erschien und dann festzustellen, dass sich die Tür doch wieder ein Spaltbreit öffnet und es ein kleinen Schritt weitergeht… Oder anders ausgedrückt: Wenn sich der Elefant genügend entspannt passt er doch durchs Nadelöhr…
 
Nun ja: er tat es nicht. Die technsiche Kontrolle in Gent hat das Fahrzeug aus dem Verkehr genommen. Sechzehn kritische Punkte, warum das Fahreug nicht mehr auf die Strasse darf. Und um es klar zu stellen: dasselbe Fahrzeug hat dreizehn Monate davor die technische Kontrolle im selben Land unter derselben Gesetzgebung ohne kritische Beanstandung passiert! Wie ich im Nachhinein erfahren habe, ist das klar verständlich: ich hätte die technische Kontrolle nicht im flämischen Teil von Belgien machen sollen, sondern im wallonischen, also französisch-sprachigen Teil von Belgien. Diese Art von Unterschieden sind in diesem Land bekannt…
 
Nun gut, jetzt steht mein Wohnmobil stillgelegt auf dem Hof des Garagisten und mir fehlt das Geld, um all die erforderlichen Reparaturen zu machen…
 
Bin ratlos, verärgert über die ungleiche Behandlung innerhalb desselben Landes und frag mich, was mich das gerade lehren will…
 
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