Mellbourne und wie ich dahin kam

Melbourne, die Stadt im Süden im Bundesstaat Victoria, die Stadt die einst auch die Hauptstadt Australiens werden wollte genauso wie Sydney. Weil sich beide nicht einigen konnten ist dann Canberra in der Mitte von beiden geschaffen worden. An Melbourne gefällt mir – im Gegensatz zu Sydney – viel mehr die Lebensqualität, der deutlich europäischere Stil und die vielen erhaltenen Gebäude aus der Kolonialzeit, es ist ein anderes Flair und es behagt mir deutlich besser.
 
 
Nach Melbourne bin ich aufgrund einer sehr netten Einladung gekommen, dazu muss ich aber doch etwas ausholen. Mitte Januar, direkt nach dem PDC in Sydney bin ich nach Myall Lakes (zwei Stunden nördlich) getrampt, weil dort mein buddhistischer Lehrer sein alljährliches Retreat in Australien hielt. Und es war klar, dass wenn ich während seinem Retreat im Land bin, ich wenn irgendwie möglich dorthin gehen werde. Es war eine wunderbar inspirierende Zeit, hier ganz kurz ein paar Impressionen:
 
 
Und zur Frage was ich so auf einem Retreat mache: Mehr meditieren als sonst, an der gemeinsamen Gruppenpraxis teilnehmen, den täglichen Belehrungen meines Lehrers folgen, arbeiten und meinen Beitrag zum Gelingen des Retreats leisten und in gutem Kontakt mit den anderen sein. Es mögen vielleicht nicht viele verstehen, für mich ist es immer wieder eine inspirierende Zeit.
 
Genau daraus hat sich dann auch der Kontakt zu Katrin ergeben, sie hat schnell meinen deutschen Akzent im radebrechenden Englisch rausgehört und wir hatten in Kürze ein herzliches Gespräch. Da war schnell klar, dass wir mehr Zeit brauchen, um uns auszutauschen und schon hatte ich die Einladung nach Melbourne zu kommen. Da ich sowieso vorhatte, mich gegen Süden aufzumachen und Victoria und Tasmanien zu erkunden, hat dies auf Anhieb gepasst. Und vom Retreat hat mich freundlicherweise jemand direkt nach Melbourne mitgenommen, mit einem netten Caravan und in einem zwöflstündigen Trip, Australien ist halt doch deutlich grösser.
Ich war dann drei Tage in Melbourne, Katrins Tochter Elizabeth hat mir freundlicherweise viel von der Stadt gezeigt. Und dann kam die überraschende Nachricht, dass ich kurzfristig auf die Farm von David Holmgren kann, nicht weit von Melbourne weg. Ein ganz besonderes Erlebnis hat ich auf dem Trip dorthin nach Hepburn. Da Wochenende war, kam ich mit den öffentlichen Verkehrsmittel nur bis nach Ballan und musste dann per Autostopp die weiteren rund 30km in Angriff nehmen. Nach einem halbstündigen Marsch entlang der Strasse hat mich ein freundlicher fast gleichaltriger Mann mitgenommen. Schon nach kurzem Gespräch erhielt ich die Einladung, bei ihm auf der Farm/Landhaus zu übernachten und ein Barbeque am offenen Feuer zu geniessen (ich musste erst am nächsten morgen früh in Hepburn sein). Es wurde ein wunderschöner Abend mit Simon, ein Photojournalist, in dem ich einen sehr guten Freund gefunden habe. Für seinen letzten Job war er gerade ein Monat in Tibet und hat viele Bilder von den nomadisch lebenden Tibeter geschossen, ein Thema das mich brennend interessiert hat. Und dazu gab es einen herrlichen Stew, schönen Wein und unbeschreibliche Gespräche am offenen Feuer. Ich werd den Abend nie vergessen. Thanks Mate!
 
 
Dann war ich ja wie gesagt drei Wochen auf der Farm von David Holmgren und bin dann rechtzeitig zur White Night nach Melbourne zuruckgekommen. Die White Night ist ein Lichtkunst-Spektakel in der Stadt, mit offenen Museen und ganz viel Leben auf den Strassen bis weit in die Nacht hinein. Dies war vor zwei Wochen und hier bin ich nun, geniess die Zeit, erledige die Dinge in der digitalen Welt, für die ich bisher nicht die Zeit hatte und verbringe ein grossartige Zeit mit Katrin. Und nebenbei mache ich noch ein ehrenamtliches Projekt für Ceres, das ist ein Umweltpark und Gemeinschaftsgarten im Norden der Stadt. Hierzu werde ich später noch einen eigenen Beitrag verfassen. Hier ein paar Impressionen aus den Tagen in Melbourne:

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Katrin ist übrigens eine gebürtige Frankfurterin, von der Seckbacher Landstrasse nur ein Steinwurf weiter als ich jahrelang gelebt habe. Nach dem Theologiestudium hat sie ein Post-Graduate-Studium am Ökumenischen Institut in Bossey am Genfersee gemacht und dort ihren späteren Mann kennenglernt hat. Seit 53 Jahren ist sie nun hier in Australien und sie inspiriert mich sehr mit ihren Erzählungen zum Arbeiterdienst und der Bewegung um das „Human Development Project“ nach Joe Matthew. Und ich bin ihr unendlich dankbar für die Offenheit und Grosszügigkeit, mich einfach für die zwei Wochen in ihr Haus einzuladen.
 
Im Moment geht es mir gerade richtig gut, es ist alles schön im Fluss und es kommen erste Gedanken auf, in den nächsten zwei bis drei Monaten nach Europa zurückzukehren, mir ein gebrauchten Caravan zu beschaffen und mich dann in Europa auf die Weiterreise zu machen. Ich freu mich schon darauf, „meinen“ Kontinent neu zu entdecken und dabei alte und neue Freunde zu treffen.
 
Soweit mein kurzer Zwischenbericht.
 
 
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