Letzte Tage in Darwin

Nach dem grossen Trip, der mich immer noch beeindruckt, habe ich die letzten Tage in Darwin verbracht, der kleinen Hauptstadt der Northern Territories. Es war ein schöner Abschluss meiner Zeit in Australien.
 

Die Zeit hier hab ich hauptsächlich mit Ausspannen verbracht, ich hatte die grosszügige Einladung von Laura, ein paar Tage bei ihr zu verbringen. Ein ganz herzliches Dankeschön dafür. Wir haben uns in der Gemeinschaft in Picton getroffen (meine erste Station in Australien) und aus dem Kontakt hat sich diese Einladung ergeben. Damit hat sich für mich auch wieder eine Klammer geschlossen, meine Zeit in Australien hat ihren Abschluss gefunden.
 
Das Wetter in Darwin war herrlich warm, tagsüber 30-35 Grad, in der Nacht kaum unter 20 Grad. Im Bild neben an haben wir aus dem Wäscheständer kurzerhand eine Cabana gebaut, einfach zum Spass :-)
 
Die Zeit hab ich genutzt, meine Ausrüstung mal wieder auf Vordermann zu bringen und allerlei Kleinigkeiten zu erledigen.
 
 
 
Und auch für ein paar Spaziergänge in der Umgebung, am Strand und in der Stadt:
 

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Mir ist keines der Krokodile begegnet, obwohl diese hier sehr präsent sind, am Tag meiner Abreise hat es einen Surfer im Meer erwischt, der aber glücklicherweise überlebte. Die Krokodile und die grossen Quallen (Box Jellyfish) hier sind die Tiere, vor denen ich tatsächlich Respekt habe. Die haben mich und auch alle anderen hier daran gehindert, in diesem wunderschönen Ozean schwimmen zu gehen. Es war nie jemand im Wasser, was darauf hindeutet, dass die Einheimischen die Gefahr durchaus ernst nehmen.
 
In dieser Umgebung würde ich auch nicht einfach draussen übernachten, das Risiko wäre mir zu gross. Ganz im Gegensatz zum inneren Australien, dem Süden oder Osten wo durchaus auch Gefahren durch Schlangen und Spinnen besteht. Soweit ich das aber mitbekommen habe, fliehen diese Tiere eher wenn ein Mensch in die Nähe kommt, die haben mehr Angst vor einem als umgekehrt. Bei den „Croc's“ kann man das so nicht sagen, die jagen und essen jeden, wenn sie hungrig sind, zumal die schneller sind als ein Mensch rennen kann… Diese Gefahr schätze ich als real vorhanden und respektiere dies.
 
Gut war es aber auch, im Landersinnern genau auf diese latente Angst vor Spinnen und Schlangen zu schauen, vor dem mich jeder Ausser-Australier warnt, aber alle Einheimischen wesentlich gelassener sehen. Gut die Angst zu fühlen, sich dem vagen Gefühl vor dem Ungewissen bewusst zu werden und sich dann Schritt für Schritt mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort auseinanderzusetzen. Und je nachdem wird klar, dass die Einheimischen die Gefahr als sehr real einschätzen oder aber ein entspannten Umgang damit gefunden haben.
 
Das Übernachten in der Wüste hab ich schon auch vor diesem Hintergrund gemacht, hab mich vergewissert, was an gefährlichen Tieren in der Gegend zu erwarten sind, ob Spuren da sind und mein Verhalten danach ausgerichtet. Es war für mich eine sehr gute Erfahrung, der Angst direkt ins Angesicht zu schauen, mein Verhalten den realen Gegebenheiten jenseits der diffusen Angst anzupassen und mich damit nicht von den Ängsten beherrschen zu lassen, sondern „Beherrscher“ meiner Ängste zu werden. Das macht mich ein ganzes Stück freier und lebendiger. Es lässt mich unbeschreibliche Erfahrungen machen (unter dem Sternenhimmel im Outback zu übernachten) und es macht mich ein ganz schönes Stück reicher, umfassender, kompletter…
 
Genauso war es dann auch auf meinem zweitägigen Ausflug in den Kakadu Nationalpark, eine einzigartige Mischung zwischen Fels- und Fluss-Sumpf-Landschaft als Lebensraum von ganz vielen Tierarten, natürlich auch Krokodilen. Natürlich hatte ich riesige Lust in dieser schönen Landschaft wie immer mein Nachtlager draussen aufzuschlagen, ein Feuer fürs Abendbrot zu machen und mich dann daneben zur Ruhe zu legen. Jedoch hab ich mich zuvor im Infocenter des Parks kundig gemacht und die Ausknuft erhalten, dass die Rangers dafür sorgen, dass die ausgewiesenen Campingplätze sicher sind. Damit war ich zufrieden, hab nach einem wunderschönen Tag dann ein Campingplatz gefunden und bewusst draussen neben dem Wagen übernachtet, umringt von Krokodil-Warnschildern… Es war wie immer schön, draussen zu schlafen, nur die Moskitos waren etwas lästig, es gibt aber grössere Übel :-)
 
Zurück zum Nationalpark, der ein Weltkulturerbe für seinen natürlichen und kulturellen Wert ist. Dies aufgrund der sehr unterschiedlichen biologischen Lebensräume (Sumpf, Wald und Wüste) die hier zusammenkommen und der vielen archölogischen Spuren des Lebens der Aboriginies aus den vergangenen Jahrtausenden (speziell Höhlenmalereien). Hier einige Impressionen von dem schönen Ausflug:
 

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Es war wieder wunderschön so draussen zu sein, dies bringt mich immer wieder in Kontakt mit mir selber, was ich fühle in meinem Inneren zu sein. Verbunden mit dem grossen Ganzen… Das fällt mir da draussen wesentlich leichter als in der geschäftigen Zivilisation…
 
Soweit die kurzen Impressionen und ein kurzer Rückblick auf meine Ängste im Outback. Mit den letzten Tagen in Darwin ging auch mein Australien-Visum unweigerlich zu Ende, ein knappe Woche mehr wäre mir noch gegönnt gewesen, aber es war jetzt auch genug. Es geht jetzt zurück nach Europa, mit kurzen Zwischenstopps in Singapur und Kuala Lumpur. Zu den Beweggründen dazu später mehr…
 
Noch eine Anektode: Irgendwie wollte mich das Land wohl nicht ganz gehen lassen. Ich hab zweimal am gleichen Tag den Flieger verpasst und musste jeweils einen neuen Flug nachbuchen (einmal verschlafen, dann Checkin- und Abflugzeit verwechselt). Irgendwas in mir wollte mich nicht gehen lassen… ;-)
 
Und noch etwas ist mir hier in der Zeit klar geworden, dazu hat mir Laura den Spiegel vorgehalten: es ist tatsächlich so, dass das Reisen und die immer wieder wechselnde Umgebung für mich keine Herausforderung mehr ist, es ist schon eher zur Gewohnheit geworden. In diesem Sinne befinde ich mich mit dieser Art der äusseren Reise schon wieder mehr in meiner Komfortzone, die Risikozone ist es nicht mehr gerade (ausser wenn ich mit den Krokodilen kuschle). Und es ist eine gute Frage: wo wird auf meiner weiteren Reise wieder die Risiko- und Lernzone für mich sein… Eine echt gute Frage…
 
 
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