Melbourne & Adelaide

Nach Tasmanien bin ich nochmals zehn Tage in der Gegend um Melbourne und drei Tage in Adelaide. Bin schon voll im Vorbereitungsfieber für meinen langen Trip…
 
 
Die ersten acht Tage habe ich bei einem jungen Paar in Northcote ge-wwoof-t, das heisst im kleinen Hinterhofgarten geholfen, ein paar schöne alte Holzstühle, abgelaugt, geschliffen und geölt und an einem Tag war ich mit Nick für meine erstes Mal im Leben so richtig „in den Bienen“.
 
 
Über Kat bekam ich viele Einblicke in die lokale Szene rund um Permakultur im urbanen Umfeld, Food-Cooperationen, lokale Netzwerke usw. Hier ein paar Links für interessiertes Weiterstöbern:
  • My Smart Garden: ein Fortbildungsprojekt von einem lokalen Council (Gemeinde) mit modulartigen Workshops rund um das Gärtnern, Nachhaltigkeit und Weiterverarbeitung von Nahrungsmittel. Die Nutzen davon sind: Nahrungsmittelversorgung für alleinstehende/geringverdienende Menschen zu verbessern, Abfallreduzierung, Schutz vor Hitzewellen durch schattenspendende Pflanzen, aktiver Umgang mit dem Klimawandel
  • Perma-Blitz: offenes Netzwerk von freiwilligen Helfern, die koordniert in Tagesaktionen Hinterhofgärten in Schwung bringen. Dazu treffen sich 10-30 Menschen abgestimmt an einem Tag in einem Hausgarten und wandeln diesen, entsprechend den Permakultur-Prinzipien, in eine blühende und ertragreiche Oase um.
  • Open-Food-Netzwerk: Hier in der Melbourner Gegend (wie auch in anderen Teilen Australiens) gibt es den Trend, dass Veggie-Boxen (Gemüsekartons) mit Produkten direkt vom Bauern in Kleingeschäftsmodellen oder Privatinitiativen lokal vertrieben werden. Das gibt den Bauern die Möglichkeit des Direktvertriebs zu den Endkunden und den Kunden den direkten Kontakt zum Bauern. Damit weiss man, von wem man die Lebensmittel hat, wie sie angebaut werden und wie weit sie transportiert werden. Das Modell funktioniert üblicherweise so, dass eine Box mit dem gerade erntereifen Gemüse, Salaten und Früchten gemischt gefüllt werden. Je nach Fall kann man unterschiedlich gemischte Boxen bestellen oder manche eher gewerblichen Anbietrer haben auch individualisierbare Boxen im Angebot (das geht aber schon wieder mehr in Richtung kommerzieller Online-Shop/Gemüsekurier was nicht mein Fokus ist). Der Bauer liefert üblicherweise einmal pro Woche die fertigen Boxen an Sammelpunkte in der Stadt, von wo direkt abgeholt werden kann oder gegen Extrabezahlung eine Lieferung direkt nach Hause erfolgt. Dies erfolgt meist gegen Barzahlung und der administrative Aufwand für die privaten Initativen oder Einzelpersonen ist nicht unerheblich. Hier kommt das Open-Food-Netzwerk ins Spiel, das ist eine Truppe von Leuten, die eine Open-Source-Software entwickelt hat, die es genau solchen lokalen Initiativen ermöglichen und erlichtern soll, über eine Internetpräsenz die Bestellungen und Zahlungen abzuwickeln. Leider hab ich es nicht geschafft, mich mit den Leuten des Open-Food-Netzwerks direkt zu treffen, obwohl sie hier irgendwo in der Melbourner Gegend heimisch und aktiv sind. Werden dennoch mal ein genaueres Auge darauf werfen, wenn ich wieder in Europa bin. Diese Art des direktem Kontakt zwischen dem Erzeuger und dem Konsument ist für mich ein ganz wichtiges Anliegen.
  • Terra-Madre: Eine Kombination aus Naturheil-Apotheke und Bio-Vollkost-Laden mit excellenten Bio-Lebensmitteln, möglichst von lokalen Farmen aus der Umgebung, eine riesige Auswahl an „Bulkfood“, also Nüsse, Mehl, Getreide, usw. die in eigene Gefässe oder Tüten abgefüllt werden können, gutem brot, frischem Gemüse und Obst usw. Und daneben in fast gleicher Grösse eine Abteilung mit Kräutern, Tinkturen, Salben und alles was man/frau für die Gesundheit und das Wohlbefinden braucht. Und alle Verkäuferinnen/Kassiererinnen sind ausgebildetet in Naturpathie (Naturheilkunde, Heilpraktiker) und können somit die Kunden auf gesundheitlicher Ebene beraten, auf Vereinbarung sind auch persönliche Beratungstermine möglich. Für mich macht diese Kombination von Gesundheitsprodukten und gesunden Lebensmitteln absolut Sinn, eine richtig vernünftige Kombination. Und ich kann das gut in anderen Plätzen auf der Welt genauso sehen… Offenbar sehen das die Kunden in Melbourne auch so, der Laden ist immer summend voll wie ein Bienenstock.
Dies sind so die Inspirationen, die ich aus der Melbourner Gegend mitmehme, es regt mich sehr an. Hier zum Schluss noch mal ein paar Bildimpressionen meiner letzten Tage hier:
 
 
Dann bin ich mit dem Nachtbus nach Adelaide rüber gefahren und verbringe hier noch angenehme drei Tage. Hier ein paar Impressionen von Port Adelaide, in dem mein Hostel liegt, und von der alten Kolonialstadt und Metropole Adelaide selber sowie einem Ausflug in die Umgebung, auch in das deutsche Siedlerstädtchen Hahndorf:
 
 
Und dazwischen bereite ich alles für den grossen Trip vor und freu mich schon riesig darauf. Das ist wird ein grossartiges Erlebnis und da gönn ich mir selber was, nach all der Zeit mit Herausforderungen und so… Und es ist nun der Anfang der Rückreise nach Europa… Ein Übergang… Wieder mal…
 
 
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