Dies und das…

Nach dem Parimal hab ich mich zu Fuss auf den Weg gemacht ohne bestimmtes Ziel. Einfach mal unterwegs sein und ein gute Zeit haben, ein paar erholsame Tage würden mir nach dieser Zeit nicht schaden.

An der Werra entschied ich mich dann, grob in Richtung Süden zu laufen. Ich lies es gemütlich angehen, nur 15-20 km pro Tag, es sollte ja auch etwas der Erholung dienen. Am zweiten abend, nach einer ausgedehnten Rast mit Mittagsschläfchen stellte ich fest, dass eine Gewitterfront aufzieht, die richtig stürmisch aussieht. Was nun? Der nächst grössere Ort Eschwege schaffe ich heute nicht mehr zu Fuss oder noch schnell ein Platz suchen, um das Tarp bei trockenem Boden aufzuschlagen? Dieser müsste zuerst noch gefunden werden..
Ich entschied mich, an die Hauptstrasse runter zu laufen und per Autostopp nach Eschwege zu kommen. Dies hat auch gut geklappt, bevor ich den Daumen raushielt, hat schon eine Frau angehalten und mich bis zum nächsten Ort mitgenommen. Dort an der Tankstelle musste ich nur 5-10 Minuten warten bis mich ein junger Mann mitnahm. Dieser fragte mich, ob ich auch zum Festival gehe? Welches Festival? Ja das OpenFlair-Festival in Eschwege…
Da dämmerte mir, dass es das Musikfestival ist, an welches ich schon seit Jahre immer unbedingt hin wollte, weil es nicht so gross und mit viel Charme sei und es hat terminlich nie geklappt. Und so spült mich die Gewitterfront gerade passend auf den Beginn des Festivals dahin…
Mir war sofort klar, dass ich die fünf Tage OpenFlair mitnehmen werde, genau diese Art von Auspannen und Erholung steht jetzt an. Gerade mit dem ersten grossen Regenguss habe ich die Jugendherberge in Eschwege erreicht und am nächsten Tag – klar doch nach diesen Vorzeichen – auch noch eine Dauerkarte in der Stadt ergattern können, obwohl das Festival gnadenlos ausverkauft war.
So habe ich die Tage dort sehr genossen, bei guter Musik und ganz viel Leben und Action, es erinnert mich sehr an die Paleo-Festivals die ich in meiner Jugend am Genfersee besuchte. Und ich merkte auch, dass es damit jetzt gut ist, es ist auch ein Teil meines alten Lebens, den ich abschliessen kann. Ich brauch es glaub ich nicht mehr so in dieser Intensität.
Danach bin ich weiter zu meinem Freund Frank auf den Gutshof, zuerst ein Stück per Autostop und dann ein grösseres Stück einfach zu Fuss durch die Hügel und Wälder von Waldhessen. Es ist für mich sehr kraftvoll, einfach nur zu Fuss unterwegs zu sein. Und inspirierend auch, mir kommen viele Ideen, Dinge werden klarer und es tauchen neue Fragen auf… Es ist für mich einfach richtig, auf dem Weg zu sein!
Bei meinem Freund habe ich dann während drei Wochen noch ein kleines IT-Projekt erledigt, das Ende Juni noch in meiner Abreise reingeschneit ist (war eigentlich totgesagt und ist dann doch wieder zum Leben erwacht) und habe noch andere kleine Dinge abgeschlossen. Einerseits war es arg anstrengend, von meinem Leben unterwegs wieder in das alte Geschäft einzusteigen, andererseits tun die Euros meiner Reisekasse gut.
Sowieso ist das Thema Geld mittlerweile mehr in den Hintergrund getreten. Am Anfang der Reise, als ich durch die Hügel um den Bodensee lief, war noch die Angst in mir da, dass meine Ersparnisse nicht für das Jahr, das ich mir vorgenommen habe, reichen könnten. Ich war dort mitunter angetrieben von der Angst, dass ich es nicht schaffen könnte. Mittlerweile ist das Thema ziemlich in den Hintergrund getreten, ich achte schon noch aufs Geld, habe jedoch viel mehr das Vetrauen gewonnen, dass schon immer wieder die passenden Umstände zusammenkommen, damit es weiter geht… Ich muss es jetzt nicht genaur wissen. Was ich jetzt weiss ist, dass es so sein wird. Entscheidend ist – nach meiner bisherigen Erfahrung – die innere Ausrichtung, die Intention. Wenn die stimmt, kommen die passenden Dinge auch zusammen…
 
 
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