In der spirituellen Gemeinschaft

Mit dem Aufenthalt in der Lebensgemeinschaft Parimal habe ich die Hoffnung verbunden, in einer lebendigen Kommune mit spirituellem Hintergrund das Gemeinschaftsleben über vier Wochen so richtig erfahren zu können und durch die Mithilfe bei den Festivals ein Beitrag zum Ganzen leisten zu können. Die Bilanz ist durchaus gemischt…

Das Parimal Gut Hübental versteht sich als spirituelle Lebensgemeinschaft und ist von Schüler Osho's in den achtziger Jahren gegründet worden. Es liegt nicht weit von Witzenhausen – zwischen Göttingen und Kassel – wunderschön in den Hügel am Fusse des Schloss Berlepsch, mit einem richtig schön gestalteten Innenhof.

Das Parimal hab ich aufgesucht, um als Volontär/Worker in der veranstaltungsintensiven Zeit mitzuhelfen. Im Juli fanden dort zwei Festivals mit bis zu 250 Teilnehmer statt, dafür brauchte es tatkräftige Mithilfe in verschiedenen Bereichen der Gästebetreuung, Küchendienste, Bühnenbau und vielen anderen Tätigkeiten.
Es war einerseits eine schöne Zeit, sehr arbeitsintensiv und mit vielen schönen und wahrhaftigen Begegnungen. Und ein Dankeschön für die tollen Angebote, Meditationen, Workshops usw. die das Parimal so lebendig machen und an denen ich vereinzelt auch teilnahm.
Andererseits bin ich als Worker in den vier Wochen mit mehr Eigenheiten dieser Gemeinschaft in Kontakt gekommen, als mir für ein schönzeichnendes Bild dieser Gemeinschaft lieb sein sollte. Wie sagte es einer der Parimalis so schön: dies ist eine spirituelle Wohnanlage und damit trifft er meines Erachtens den Nagel auf den Kopf. Von einer Gemeinschaft oder einem „Wir“ konnte ich nicht wirklich viel finden, dies war allenfalls noch ein thermisches Hintergrundrauschen aus Osho's Zeiten. Mir ist in den vier Wochen so viel Ich-Bezogenheit, Abgrenzung und schlechtes Gerede begegnet, dass es mich nicht zieht, in dieser Gemeinschaft leben zu wollen. Zumal die wenig wertschätzenden Haltung gegenüber den freiwilligen Helfer mich nicht gerade motiviert, mich weiter in diesem Umfeld einzubringen.
Somit verbuche ich die vier Wochen unter Lernerfahrung und werde weiter für Lebensgemeinschaften offen bleiben, andere Erfahrungen habe ich ja schon gemacht.

Das Thema vom Leben in einer Gemeinschaft werde ich weiter verfolgen, denn:

Zusammen kann man mehr erreichen als alleine

Dies im Sinne von Selbstversorgung, eigener Ökonomie, neue Formen des Zusammen-Seins usw. Und dazu braucht es Gleichgesinnte mit einer tragenden gemeinsamen Ausrichtung und dem Willen etwas gemeinsam zu erreichen. Und die Bereitschaft, sich auf einen gemeinschaftsbildendenden Prozess einzulassen. Dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile habe ich schon erfahren, ich weiss um die Qualität dessen. Und ich weiss, dass ich es wieder erfahren werde.

Ich bin offen und neugierig, was mir auf dem Weg weiter begegnen wird.

Die Reise geht weiter!

 

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Ein Kommentar zu In der spirituellen Gemeinschaft

  1. Anton sagt:

    Schöner und sehr liebevoller Text. Danke
    LG/A.

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